{"id":145,"date":"2017-10-16T16:58:16","date_gmt":"2017-10-16T14:58:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/?page_id=145"},"modified":"2017-10-16T17:27:36","modified_gmt":"2017-10-16T15:27:36","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/?page_id=145","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Der Sch\u00fctzenverein (auch Sportsch\u00fctzenverein oder Sch\u00fctzenbruderschaft) in seiner heutigen Form entstand im fr\u00fchen\u00a019. Jahrhundert\u00a0im Gefolge der\u00a0napoleonischen Kriege. Ihre Urspr\u00fcnge haben sie in mittelalterlichen St\u00e4dten, z. B. in der\u00a0Karlssch\u00fctzengilde\u00a0in\u00a0Aachen\u00a0und den\u00a0N\u00fcrnberger Sch\u00fctzengesellschaften. \u00c4lteste urkundliche Erw\u00e4hnungen von Sch\u00fctzengilden stammen aus dem Jahr 1139 aus\u00a0Gymnich\u00a0und 1190 aus\u00a0D\u00fcsseldorf.\u00a0Viele der alten Sch\u00fctzengilden bestanden fort. In ihnen fand auch der Wandel vom Brauchtum zur Sportart statt, indem durch das Schie\u00dfen auf die konzentrische Zielscheibe Zufallssch\u00fcsse minimiert und das exakte Messen eingef\u00fchrt wurde.<sup id=\"cite_ref-3\" class=\"reference\"><\/sup>\u00a0Die Mitglieder bestanden zun\u00e4chst vielfach aus Kriegsveteranen, wie der bisherigen freiwilligen Heeresverb\u00e4nde, z. B. des\u00a0L\u00fctzowschen Freikorps. Neben gesellschaftlichen und sozialen Aspekten kamen den Sch\u00fctzenvereinen lange Zeit auch politische Funktionen zu. Im\u00a0Vorm\u00e4rz\u00a0(1815\u20131848) wurden die Sch\u00fctzenvereine zu wesentlichen Tr\u00e4gern\u00a0nationaldemokratischer\u00a0Opposition gegen\u00fcber der einzelstaatlichen F\u00fcrstenherrschaft und blieben dies bis weit in die\u00a0Gr\u00fcnderzeit\u00a0hinein.<\/p>\n<p>Mit ihrer\u00a0Konzeption\u00a0einer auf die deutsche Nation verpflichteten, intern nach demokratischen Prinzipien organisierten\u00a0B\u00fcrgermilizscheiterten sie jedoch am Erfolg der\u00a0Bismarckschen\u00a0<i>Revolution von oben<\/i>. Zugleich bekamen sie Konkurrenz durch die\u00a0Kriegervereine, die sich schlie\u00dflich im\u00a0Kyffh\u00e4userbund\u00a0zusammenschlossen und f\u00fcr lange Zeit wesentlich erfolgreicher den \u201eMilitarismus der kleinen Leute\u201c (Thomas Rohkr\u00e4mer) zu organisieren verstanden. Durch eine Anpassung dieses neuen Reichsnationalismus vermochten die Sch\u00fctzenvereine zu \u00fcberleben, wenngleich ihre politische Funktion immer mehr in den Hintergrund trat.<\/p>\n<p>Nach dem\u00a0Ersten Weltkrieg\u00a0und dem Sturz der\u00a0Monarchie\u00a0kamen in Deutschland grundlegend neue Formen radikaler\u00a0Wehrverb\u00e4nde\u00a0auf, von denen die\u00a0SA\u00a0der\u00a0NSDAP\u00a0die schlie\u00dflich erfolgreichste war, und die die Jugendkultur der\u00a0Weimarer Republik\u00a0wesentlich mitpr\u00e4gten. Sie anzunehmen gelang den Sch\u00fctzenvereinen nur noch sehr bedingt. Die demokratischen Verflechtungen des \u00fcberlieferten Vorm\u00e4rz-Nationalismus mancher Vereine standen in Widerspruch zu der autorit\u00e4ren, nach dem\u00a0F\u00fchrerprinziporganisierten Struktur der meisten Wehrverb\u00e4nde. Dennoch passten sich die Sch\u00fctzenvereine in organisatorischer, personeller und inhaltlicher Ebene ab 1933 an das herrschende System an, wobei der Nationalismus das gemeinsame Bindeglied war und die Basis f\u00fcr die Zustimmung zur NS-Gemeinschaft bildete.\u00a0<sup id=\"cite_ref-4\" class=\"reference\"><\/sup>Dies \u00e4u\u00dferte sich auch im freiwilligen Ausschluss j\u00fcdischer Vereinsmitglieder bereits ab 1933 und in der vormilit\u00e4rischen Schie\u00dfausbildung der m\u00e4nnlichen Bev\u00f6lkerung. Die Vereine stellten zudem der\u00a0Hitlerjugend\u00a0und der SA ihre Expertise und Infrastruktur zur Verf\u00fcgung, auch in den Kriegsjahren. L\u00e4ndliche Gegenden mit ihrer noch st\u00e4rker vorhandenen\u00a0paternalistisch-konservativen politischen Kultur wurden zum Zufluchtsort der Sch\u00fctzenvereine.<\/p>\n<p>Nach der Kapitulation der\u00a0Wehrmacht\u00a0verboten die\u00a0Alliierten\u00a0die Sch\u00fctzenvereine als uniformierte Waffentr\u00e4ger zun\u00e4chst ganz. Erst mit der Gr\u00fcndung der\u00a0Bundesrepublikwurden sie wieder zugelassen. In der\u00a0DDR\u00a0blieben sie untersagt. Der Schie\u00dfsport wurde in den staatlichen Sportorganisationen\u00a0DTSB\u00a0und\u00a0GST\u00a0betrieben. Vereinzelt war es in diesem Rahmen auch m\u00f6glich, Teile der alten Traditionen, wie z.B. K\u00f6nigsschie\u00dfen und Sch\u00fctzenfeste, eingeschr\u00e4nkt durchzuf\u00fchren. In den\u00a0neuen Bundesl\u00e4ndern\u00a0erfolgten deshalb ab Anfang 1990 Wiedergr\u00fcndungen alter Vereine. Dazu bildeten sich auch zahlreiche neue Sch\u00fctzenvereine. Die lange Zeit der Unterbrechung f\u00fchrt allerdings bis heute zu einer schw\u00e4cheren Auspr\u00e4gung in der Organisations- und Mitgliederstruktur als in den meisten\u00a0<i>alten<\/i>\u00a0Bundesl\u00e4ndern. Doch auch dort konnte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht immer nahtlos an alte Traditionen angekn\u00fcpft werden. Die\u00a0Diskreditierung\u00a0jedweder Form von\u00a0Nationalismus\u00a0war daf\u00fcr nach 1945 zu stark. Hinzu kam mit dem politisch-gesellschaftlichen Umbruch der\u00a01968er-Bewegung\u00a0auch die Problematisierung des traditionellen milit\u00e4rischen\u00a0Habitus\u00a0der Sch\u00fctzenvereine.<\/p>\n<p>In der Folge entwickelten sich die Sch\u00fctzenvereine zunehmend auch zu Sportvereinen. Der\u00a0Deutsche Sch\u00fctzenbund\u00a0organisierte sich erfolgreich in den entsprechenden internationalen Dachverb\u00e4nden und entwickelte sich zur sicheren\u00a0<i>Medaillenbank<\/i>\u00a0bei\u00a0Olympischen Spielen. Au\u00dferdem \u00fcbernahm er ma\u00dfgeblich die Erm\u00f6glichung und Beaufsichtigung eines geregelten sportlichen Schie\u00dfbetriebes nach dem\u00a0Waffengesetz.<\/p>\n<p>Im Dezember 2015 verk\u00fcndete die\u00a0Kultusministerkonferenz\u00a0in Deutschland, dass das Sch\u00fctzenwesen als Kulturformen in das\u00a0Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes\u00a0aufgenommen wird.<sup id=\"cite_ref-5\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%BCtzenverein#cite_note-5\">[5]<\/a><\/sup>\u00a0Am 11. M\u00e4rz 2016 erfolgte die Auszeichnung im Sinne des\u00a0\u00dcbereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes\u00a0der\u00a0UNESCO.<\/p>\n<p>Einzelne Sch\u00fctzenvereine sind in Deutschland in Kreisverb\u00e4nden zusammengefasst. Die Kreisverb\u00e4nde sind zusammengefasst in insgesamt zwanzig Landesverb\u00e4nde, diese wiederum im Deutschen Sch\u00fctzenbund. In Bayern gibt es als Ebene zwischen den Kreisverb\u00e4nden und dem Landesverband dar\u00fcber hinaus noch die\u00a0Gaue, in anderen Landesverb\u00e4nden, wie z.\u00a0B. dem von Hamburg und Umgebung, auch Regionalverb\u00e4nde.<\/p>\n<p>Neben dem\u00a0Deutschen Sch\u00fctzenbund\u00a0gibt es auch konfessionelle Sch\u00fctzenvereinigungen, so z.\u00a0B. den Bund der historischen Deutschen Sch\u00fctzenbruderschaften (BHDS) mit seiner Jugendorganisation dem Bund der Sebastianus Sch\u00fctzenjugend (BdSJ), diese sehen sich insbesondere dem Leitsatz \u201eF\u00fcr Glaube-Sitte-Heimat\u201c verpflichtet. Die darin organisierten Vereine und Bruderschaften f\u00fchlen sich eng mit der katholischen Kirche verbunden und stellen ihre Rolle als Wahrer des traditionellen Sch\u00fctzenwesen neben dem Schie\u00dfsport in den Vordergrund.<\/p>\n<p>Eine Sonderform bilden in Bayern die sog.\u00a0<i>K\u00f6niglich Privilegierten Sch\u00fctzengesellschaften<\/i>.<\/p>\n<p>Das Sch\u00fctzenwesen, das neben dem Gewehr- und Pistolenschie\u00dfen auch das\u00a0Vorderlader- und\u00a0Armbrustschie\u00dfen, den\u00a0Bogensport, das Schie\u00dfen mit der\u00a0Schnellfeuerpistoleund den\u00a0Sommerbiathlon\u00a0umfasst, ist in der Sportordnung des Deutschen Sch\u00fctzenbundes geregelt. Traditionsveranstaltungen wie\u00a0Sch\u00fctzenfeste\u00a0werden von den Satzungen der jeweiligen Sch\u00fctzenvereine geregelt. Daneben gelten die Bestimmungen des Waffengesetzes und der\u00a0Waffenverordnung\u00a0sowie als Nebenrecht die Bestimmungen des\u00a0Kriegswaffenkontrollgesetzes\u00a0und des\u00a0Sprengstoffgesetzes, au\u00dferdem die gesetzlichen\u00a0Jugendschutzbestimmungen.<\/p>\n<p>Neben den Sch\u00fctzenverb\u00e4nden, in denen ein guter Teil der Vereinsarbeit auf die Pflege von Traditionen ausgerichtet ist, gibt es auch Schie\u00dfsportverb\u00e4nde, in denen nur das sportliche Schie\u00dfen als Solches gepflegt wird und in denen die Traditionspflege eher nachrangig gelebt wird, z.B. den VdRBw, den BDMP, die DSU oder den BDS.<\/p>\n<p>Quelle: Wikipedia.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sch\u00fctzenverein (auch Sportsch\u00fctzenverein oder Sch\u00fctzenbruderschaft) in seiner heutigen Form entstand im fr\u00fchen\u00a019. Jahrhundert\u00a0im Gefolge der\u00a0napoleonischen Kriege. Ihre Urspr\u00fcnge haben sie in mittelalterlichen St\u00e4dten, z. B. in der\u00a0Karlssch\u00fctzengilde\u00a0in\u00a0Aachen\u00a0und den\u00a0N\u00fcrnberger Sch\u00fctzengesellschaften. \u00c4lteste urkundliche Erw\u00e4hnungen von Sch\u00fctzengilden stammen aus dem Jahr 1139 aus\u00a0Gymnich\u00a0und 1190 aus\u00a0D\u00fcsseldorf.\u00a0Viele der alten Sch\u00fctzengilden bestanden fort. In ihnen fand auch der Wandel vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-145","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=145"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/145\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schuetzenverein-unering.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}